Pressestimme aus der Rhein-Zeitung vom 29. März 2018

DURCH SCHWIMMEN KINDER FÜRS LEBEN STÄRKEN                                                  

Engagement  Simone Unger aus Ahrweiler ist vom Prinzip der Selbstwirksamkeit überzeugt – Wie eine Stiftung helfen soll

Redakteur Frieder Bluhm 

Ahrweiler. Ich bin so frei: Ein seltsamer Name für eine Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, sozial benachteiligten Kindern das Schwimmen beizubringen. Gegründet wurde sie ihm Dezember 2017 von Simone Unger (56), die in Ahrweiler lebt und seit einem Jahr eine Praxis für Lebens- und Sozialberatung betreibt. Ihre Stiftung will dort ansetzen, wo in ihren Augen die Politik den Hebel gegen Kinderarmut nicht findet: bei den Kindern.

Für Kinder hat Simone Unger etwas übrig. Sie selbst hat vier. Dies und ihr beruflicher Hintergrund haben sie zu der Überzeugung gebracht, dass es wichtig ist, wenn Kinder die Erfahrung machen: Wenn ich mich bemühe, dann schaffe ich das auch. “Selbstwirksamkeit” nennt das die Psychologie. “Es ist wichtig für ihr späteres Leben, dass sie sich etwas zutrauen”, sagt Simone Unger. Ganz nach dem Motto: nicht die Umstände bestimmen des Menschen Glück, sondern seine Fähigkeit zur Bewältigung der Umstände.

In höchst problematischen Umständen leben Kinder in den Townships Kapstadts in Südafrika. Dort hat Simone Unger ein Projekt kennengelernt, das sie überzeugt hat. Kinder aus ärmlichen Familien bekommen unter anderem Schwimmunterricht. Das Erfolgserlebnis, schwimmen zu können, beflügelt und motiviert zu weiterem Lernen. Bildung wiederum kann der Schlüssel sein, sich aus der Armut zu befreien. “Da man aus Studien weiß, dass man am besten lernt, während man sich bewegt, ist gerade der Sport ein wunderbares Mittel, um die Selbstwirksamkeit zu trainieren”, findet die 56-jährige.

Speziell beim Schwimmen hat sie das Beispiel einer Flüchtlingsfamilie aus Aleppo vor Augen, die sie seit Novembe 2015 begleitet. Ein Teil der Familie kam im Schlauchboot übers Mittelmeer. Ein Mädchen hat panische Angst vor Wasser.  Simone Unger ist überzeugt: Wenn dieses Mädchen schwimmen lernt, überwindet es nicht nur ein Trauma, sondern ist gefestigt für ihr weiteres Leben.

Das alles hat sie an den Punkt gebracht, helfen zu wollen. Nicht nur Flüchtlingskindern, von denen die meisten nicht schwimmen können, sondern grundsätzlich allen Kindern aus sozial benachteiligten Familien. So setzt ihr erstes Projekt nicht irgendwo in Afrika an, sondern in Ahrweiler, genauer gesagt an der Grundschule Ahrweiler. Mit Hilfe der Schule hat sie eine Gruppe von 33 Kindern zusammengestellt, die es sonst schwer hätten, schwimmen zu lernen. Geplant sind zehn Stunden.  Am 10 . Mai geht es los.

Der Eintritt ins Schwimmbad, die Schwimmlehrerin – das alles kostet Geld. Etwas 100 Euro pro Kind. Rund 3300 Euro gilt es nun zusammenzubekommen. Als Grundlage dient Simone Unger unselbständige Stiftung, die sie im Dezember 2017 gegründet hat. Diese soll für dieses und künftige Projekte das nötige Geld einsammeln. Sie es durch Spenden oder Zustiftungen,sei es durch eigenes Engagement oder den Kauf von Ich-bin-so-frei-Artikeln, als da wären: T-Shirt, Schlüsselanhänger und Halsketten. “Die Stiftung kann nur helfen, wenn Menschen, die von sich selbst sagen, ´ich bin so frei´, uns unterstützen”, sagt die Stiftungsgründerin.

Unterstützen könne man die Stiftung auch durch Gebet, betont Simone Unger. denn die Wurzel ihres `Optimismus`, etwas bewirken zu können, ist ihr christlicher Glaube. “Ich bin hier mutig, was ich von mir aus nicht wäre, denn das wäre pure Selbstüberschätzung. Ich denke groß, weil ich an einen großen Gott glaube. Bei ihm ist nichts unmöglich”, sagt Simone Unger. Aber Geld wäre für den Anfang auch nicht schlecht.

Kontakt: Simone Unger, E-Mail: simone.unger@meinestimmezuerheben.de